Nieder-Olm | 16.03.2019 – BOS Gemeinschaftsübung

Am Samstag, den 16.März 2019 fand in Nieder-Olm eine organisationsübergreifende Gemeinschaftsübung von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei statt. Ziel der Übung war die weitere Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Behörden/Organisationen in Einsatzsituationen. Zudem konnte die Übung genutzt werden um angehende Polizeikommissaranwärter/innen und angehende Notfall-Sanitärer/innen auf „das reale Arbeitsleben“ vorzubereiten. Die Teilnehmer stammten von der Polizei Rheinland-Pfalz (PI 3, Mainz-Lerchenberg), der Feuerwehren der Verbandsgemeinde Nieder-Olm, dem Deutschen Roten Kreuz Ortsverband Nieder-Olm, von dem Malteser Rettungsdienst Mainz, sowie zwei Notärztinnen der Universitätsmedizin Mainz. Eine Gruppe für realisitische Unfalldarstellung (RUD) der Malteser aus Lörzweiler, sorgte für täuschend echt geschminkte Darsteller.

Zwischen 8 und 16 Uhr galt es für die rund 45 Übungskräfte zwei Verkehrs-Unfallszenarien abzuarbeiten, die von einem inzwischen eingespielten Vorbereitungsteam aller beteiligten Organisationen ausgedacht und vorbereitet waren. Am Nachmittag unterstützen zusätzlich zwei Kräfte der Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) das Übungsgeschehen, für das sich das Organisationsteam noch etwas besonderes hat einfallen lassen.

Gegen 9 Uhr fanden sich bereits zahlreiche Besucher an der Übungsstelle im Nieder-Olmer Gewerbegebiet im Bereich „Reichelsheimer Straße“, die der Ankündigung und Einladung der Verbandsgemeindefeuerwehr Nieder-Olm gefolgt waren. Im ersten Übungs-Szenario wurde ein Frontalzusammenstoß zwischen zwei PKW simuliert, bei dem ein Fahrzeug mit zwei schwer verletzten Insassen in Seitenlage auf der Straße zum liegen kam. Hier bestand die Herausforderung, die Insassen möglichst schonend mit hydraulischem Rettungsgerät durch die Feuerwehr zu befreien und dabei optimale medizinische Versorgung sicherzustellen. Das zweite unfallverursachende Fahrzeug wurde gegen einen Baum geschleudert. Die beiden mittelschwerverletzten Insassen, die bei Eintreffen der Einsatzkräfte stark alkoholisiert auf der Rückbank ihres Fahrzeuges saßen, stritten beide ab gefahren zu sein, um das Szenario in Bezug auf die Ermittlungsangelegenheiten der Polizei herausfordernd zu gestalten. Im Verlauf der Übung konnte der Unfallhergang und der Unfallverursacher aufgrund der Spurenlage von den eingesetzten Beamtinnen und Beamten der Polizei identifiziert werden. Alle verletzten Personen wurden nach der Erstversorgung durch den Rettungsdienst in imaginäre Krankenhäuser verbracht.

Im Anschluss ging es zum gemeinsamen Mittagessen ins Gerätehaus der Freiw. Feuerwehr Nieder-Olm, wo bereits durch weitere fleißige Helfer der Holzkohlegrill angeheizt war. Doch bevor sich gestärkt werden konnte, standen noch die Nachbesprechungen auf dem Programm, die bei diesem Übungstag neben den Übungen selbst, einen wesentlichen Teil ausmachten. Zunächst tauschten sich die einzelnen Organisationen intern über den Ablauf der Übung aus. Für die Führungskräfte ging es dann im Anschluss noch zu einer gemeinsamen Nachbesprechung. Dabei konnten die diversen Schnittstellen für die Zusammenarbeit ausgewertet und Verbesserungspotentiale direkt angesprochen werden.

 

Das zweite Übungs-Szenario, welches an der gleichen Örtlichkeit stattfand, wurde um kurz nach 14 Uhr gestartet. Ein illegales Kraftfahrzeugrennen sollte diesmal Auslöser für ein etwas größeres Unfallgeschehen sein, bei dem ein Fahrzeug in einen am Straßenrand geparkten LKW hinein fuhr und dabei mit zwei Insassen massiv unter dem Lastwagen eingeklemmt war. Auch die beiden folgenden PKW konnten nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhren dem Unfallfahrzeug auf. Ein Fahrzeug überschlug sich und kam schließlich auf dem Dach zum Liegen. Durch die eingespielte Dramatik der Mimengruppe, lief es einigen Zuschauern eiskalt den Rücken herunter, als die ersten Einsatzfahrzeuge an der Übungsstelle ankamen. Nicht zuletzt aufgrund der Erkenntnisse vom Vormittag und der direkten Umsetzung der Übungsteilnehmer, konnte auch diese knifflige Situation durch die Einsatzkräfte professionell gelöst werden.  Während der Übung kam es noch zu einem vom Organisationsteam eingeplanten Zwischenfall. Einer der Feuerwehrleute bemerkte während den Rettungsarbeiten, dass der Beifahrer des unter dem LKW eingeklemmten Fahrzeugs sein Bruder ist und geriet natürlich sofort in Panik. Die Einsatzkräfte meisterten aber auch diese Situation, indem der Betroffene betreut und die PSNV-Gruppe des DRK Ortsverein Nieder-Olm e.V. nachalarmiert wurde. Die ausgebildeten Kriseninterventionshelfer kümmerten sich um den Feuerwehrkameraden.

Am Spätnachmittag konnte dann wieder einmal ein erfolgreiches Resümee gezogen werden und alle Teilnehmer waren einig, dass dieser Übungstag die Zusammenarbeit und das Verständnis für die Belange der Organisationen weiter gestärkt hat.

mainz112.de war auch in diesem Jahr wieder gerne mit dabei, um den Übungstag zu dokumentieren!

Text & Fotos: Niko Meurer für mainz112.de

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