Oppenheim | 20.10.2018 – Einsatzübung im Altenzentrum

20.10.2018 – 17:15 Uhr die Brandmeldeanlage des Altenzentrums in Oppenheim, Jakob-Steffan-Platz, löst aus und die Feuerwehr Oppenheim wird automatisch alarmiert.
Die ersteintreffenden Kräfte können an der Brandmeldeanlage die Information ablesen, dass es im 3. Obergeschoß in Zimmer 305 zu einer Auslösung des Brandmelders gekommen war. Die Ursache ist noch unklar.
Sofort eilt ein Trupp, ausgerüstet mit Atemschutz und Gerät zur Brandbekämpfung, in den dritten Stock um die Lage zu erkunden und Erstmaßnahmen einzuleiten. Parallel wird im Erdgeschoß die Einspeisung der Steigleitung mit Wasser vorbereitet, so dass im 3. OG direkt aus der hauseigenen Löscheinrichtung Wasser entnommen werden kann.
Gegen 17:25 Uhr gibt der erste Trupp aus dem 3. OG die Rückmeldung, dass der betroffene Brandabschnitt verraucht ist und es ein Feuer in einem der Bewohnerzimmer gibt, dass bereits auf angrenzende Zimmer übergegriffen habe.
In diesem Bereich des Gebäudes sind 19 Bewohner untergebracht und 3 Personen des Pflegepersonals vom Rauch eingeschlossen, die es nun gilt aus dem Gefahrenbereich zu bringen. Der Einsatzleiter lässt die Einsatzstufe auf B3 erhöhen um weiteres Personal und Gerät zur Einsatzstelle zu beordern. Zeitgleich erhöht auch der Rettungsdienst die Alarmstufe, da mit einem Massenanfall von Verletzten zu rechnen ist.
Im folgenden Übungsverlauf werden der Organisatorische Leiter, der Leitende Notarzt, die Schnelleingreifgruppen (SEG) Betreuung und Sanitätsdienst aus Oppenheim und Nieder-Olm sowie weitere Rettungswagen und die Einsatzleitung Sanitätsdienst zum Altenzentrum alarmiert.
Von Seiten der Feuerwehr treffen weitere Einheiten aus Oppenheim, Nierstein, Dienheim und die Führungsunterstützung der VG Rhein-Selz am Altenzentrum, bzw. im Bereitstellungsraum ein.

Die Leitung des Altenzentrums hat inzwischen bekanntgegeben, dass sich noch eine unbekannte Anzahl an Personen im Haus befinde, da heute viele Besucher anwesend waren. Aufgrund der heiklen Situation und des notwendigen Kräfteansatzes um die Betroffenen, davon im 3. OG drei nicht gehfähige, aus dem Gebäude bringen zu können, entscheidet der Einsatzleiter um 17:35 Uhr die nochmalige Erhöhung der Alarmstufe auf B4.
Es werden weitere Kräfte aus der Verbandsgemeinde alarmiert, der stellvertretende Kreisfeuerwehrinspekteur ist bereits vor Ort um ggf. Unterstützung aus dem Landkreis koordinieren zu können. Ein Pressesprecher der technischen Einsatzleitung des Landkreises ist ebenfalls hinzugekommen um den Einsatzleiter im Bereich Presse und Medienarbeit zu unterstützen.

Das ursächliche Feuer ist um 17:50 Uhr gelöscht, die Betroffenen sind von der Feuerwehr in sichere Bereiche des 3. Obergeschosses verbracht. Nun gilt es die dort noch verbliebenen Betroffenen an den Rettungsdienst im Erdgeschoß zu übergeben. Besondere Eile war bei einem Herzinfaktverdacht bei einem Betroffenen geboten.

Die Betroffenensammelstelle, man geht derzeit von 30 Betroffenen aus, wurde in der Sporthalle des nahegelegenen Gymnasiums eingerichtet. Der Sanitätsdienst führt nach Sichtung der Betroffenen und Beurteilung der Verletzungen durch den Leitenden Notarzt die weitere Betreuung dort durch.

Gegen 19:00 Uhr sind alle Betroffenen versorgt und die Übung kann beendet werden. Insgesamt waren 32 Einsatzkräfte des Sanitätsbereiches und 45 Einsatzkräfte der Feuerwehr an der Übung beteiligt.

Nachdem bereits von einigen Wochen ein Brand im Erdgeschoß zu einem Einsatz führte, hatte diese Übung bei den Einsatzkräften einen starken realen Bezug. Die Einsatzkräfte waren schnell Vor Ort, das Feuer wurde schnell lokalisiert und gelöscht. Fast alle Betroffenen konnten sicher aus dem Brandbereich in sichere Bereiche verbracht und vom Sanitätsdienst betreut werden. Im Übungsszenario konnte eine Person im Brandzimmer nicht gerettet werden und erlag den Brandverletzungen, ebenfalls konnte der Herzinfaktpatient nicht mehr gerettet werden.
In der Analyse der Übung wird die Übungsleitung Maßnahmen ableiten und in die Alarm- und Einsatzplanung einarbeiten.

Bericht und Fotos: mainz112 und Philipp Köhler/DRK

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